Häufig gestellte Fragen zum Holzbau

Frage 1: Welche Grenzen sind bei der Architektur gesetzt, was gilt es allenfalls zu beachten?

Die Architektursprache eines Projekts drückt die Gedanken und Bedürfnisse des Architekten sowie der Bauherrschaft aus, zeigt also die Individualität des jeweiligen Bauvorhabens. Mit dem heutigen Stand der Technik im Holzbausystembau können diese Wünsche fast ohne Einschränkungen umgesetzt werden, so ist zum Beispiel eine standardisierte Ständereinteilung nicht notwendig. Die Eigenschaften des Holzbaus sind von jener des Massivbaus zu unterscheiden und werden im besten Fall schon beim Architekten mit in den Entwurf integriert. Dabei sind Überlegungen über die Spannweiten, Planung von Steigzonen, den zu erreichenden Energie-Standard und die inneren Oberflächen von Vorteil für die Realisation des Projekts. Eine möglichst frühe Holzbauberatung hilft am besten, um diese Fragen zu beantworten.


Frage 2: Wie lange ist die Lebensdauer eines Holzhauses?

Das älteste bestehende Haus in der Schweiz aus dem Jahre 1287 ist ein Holzhaus. Es zeigt: die Lebensdauer eines Holzhauses ist sehr hoch.

Die Lebensdauer des Tragwerks eines Holzhauses kann bis weit über 200 Jahre betragen. Allerdings: die Nutzungen von Gebäuden bleibt oft «nur» 20 Jahre konstant. Das ist eine kurze Dauer im Vergleich dazu, wie lange ein Gebäude bestehen würde. Die Frage ist deshalb eher: Wie hoch soll die Lebensdauer denn sein?

Wichtig ist, dass die Konstruktion perfekt ausgeführt wird, damit keine Bauschäden entstehen.


Frage 3: Ist der Holzbau günstiger oder teurer als der Massivbau?

Zuerst: Vergleichen Sie Äpfel mit Äpfel und nicht Äpfel mit Birnen. Definieren Sie, welche Leistungen Sie vergleichen. In beiden Bausystemen sind verschiedene Ausführungsvarianten möglich. Eine Low-Budget- oder High-Budget-Konstruktion hat nichts mit der Bausystemwahl zu tun, sondern mit den gestellten Rahmenbedingungen: Wie hoch ist der Ausbaustandard? Was sind die Nebenleistungen? Wie sind die Raumgrössen?

Nach unseren Erfahrungen bewegen sich die Minder- /Mehrkosten eines Holzbaus bei der Erstellung zwischen 0-5%, dies ist bei jedem Bauvorhaben projektspezifisch zu eruieren.

Betrachtet man die Life-Cycle-Cost (Bau, Unterhalt, Rückbau), ist der Holzsystembau meist günstiger als der Massivbau. In diesen Kosten sind von der Herstellung der Baumaterialien bis hin zum Rückbau und Entsorgung alle anfallenden Leistungen enthalten.

Entscheidend ist die Planung: Wenn das Projekt zuerst in Massivbau geplant wird, ist eine Ausführung in Holzbau eventuell kostenintensiver. Daher empfehlen wir Architekten und Bauherrschaften sich bereits bei der Planung für eine Konstruktionsart (oder allenfalls eine Mischung, also ein Hybridbau) zu entscheiden.


Frage 4: Kann ein ungefährer Quadratmeterpreis angeben werden?

Theoretisch könnte man einen Bauteil-Quadratmeterpreis angeben. Jedoch würden bei diesem sämtliche Nebenleistungen wie Kran, Transport, Anschlüsse etc. nicht berücksichtigt und sorgen so für eine nicht projektbezogene Aussage. Für die Ermittlung der Kosten für einen Holzsystembau müssen weitere Faktoren in die Kalkulation einfliessen, um einen aussagekräftigen Preis zu erhalten. Diese Einflussfaktoren können Grösse, Komplexität und statische Massnahmen sein, welche von Projekt zu Projekt unterschiedlich sind, und individuell abgeklärt werden müssen.


Frage 5: Sind die Unterhaltskosten höher als bei einem Massivbau?

Es gilt mit den Unterhaltsarbeiten nicht nur die Bausubstanz, sondern auch den Wert eines Gebäudes zu erhalten, welcher ansonsten mit der Zeit laufend abnimmt. Diese Arbeiten fallen bei allen Gebäudetypen an und sind eher von der Gebäudegrösse, dem Ausbaustandard und den Oberflächen innen wie aussen abhängig als von der Materialisierung der Tragstruktur.


Frage 6: Wie sieht es mit dem sommerlichen Wärmeschutz aus?

Eine reine Bauteilbetrachtung, das heisst Amplitudendämpfung und Phasenverschiebung, ist heutzutage für die Quantifizierung des sommerlichen Wärmeschutzes sinnlos und führt nicht zum Ziel der angestrebten Behaglichkeit. Bei den heutigen Dämmstandards ist der U-Wert der Bauteile so gut, dass durch diese keine massgebenden Wärmelasten mehr in den Raum gelangen. Viel mehr sind Einflussfaktoren wie Glasanteil, Fensterausrichtung, Sonnenschutz, Lüftungsart, technische Geräte und Personenbelegung für die Behaglichkeit im Sommer ausschlaggebend. Wir empfehlen, bereits in der Planung auf diese Einflussfaktoren zu achten, um in der Nutzung des Gebäudes die anfallenden Wärmelasten minimieren und abführen zu können. Die beiden grössten baulichen Einflüsse sind daher der Sonnenschutz sowie die Speichermasse des Gebäudes, welcher beim Holzbau über den Unterlagsboden erreicht wird. Neben den baulichen Voraussetzungen spielt aber das Nutzerverhalten eine zentrale Rolle, das heisst: intelligente Bedienung des Sonnenschutzes sowie ein gezieltes Lüften, vor allem in der Nacht. Nicht zu vergessen ist der Einfluss der Geräte und Beleuchtung – so steht einem angenehmen Klima im Sommer nichts mehr im Wege.


Frage 7: Wie lange lebt eine Fassadenverkleidung in Holz?

Das A und O sind eine richtige Planung und Ausführung der Details, kombiniert mit periodischen Kontrollen und einem allfälligen Unterhalt. So entstehen keine Schäden, welche die Funktionalität der Fassadenverkleidung beeinträchtigen. Die Wahl der Holzart, das Oberflächen-Behandlungssystem und die Detailausführung (z.B. der Abstand zum Erdreich) haben einen grossen Einfluss darauf. Mit dem passenden Unterhalt dürfen Sie also eine hohe Lebensdauer erwarten. Je nach Projekt sind die Bedürfnisse und Wünsche der Bauherrschaften unterschiedlich. Erfahrene Berater oder Beraterinnen können hier wichtigen Input liefern.


Frage 8: Wie hoch ist der Nachbehandlungsintervall einer behandelten Holzfassade?

An die Oberflächenbehandlung werden ganz verschiedene Anforderungen gestellt, wie zum Beispiel Schutz vor Wind/Sturm, Regen/Schnee und Sonne. Sie soll aber auch dem Aspekt als gestalterischen Elements gerecht werden. Zudem spielt der Standort des Gebäudes, die Ausrichtung sowie die nahe Umgebung und natürlich auch der konstruktive Holzschutz eine wesentliche Rolle. Es ergeben sich somit sehr viele Faktoren, die Einfluss auf die Behandlung und deren Unterhalt haben und den Nachbehandlungsintervall massgebend beeinflussen. Grundsätzlich kann von einem Intervall von ca. 5-10 Jahren ausgegangen werden.


Frage 9: Ist eine Dampf–/Luftdichtigkeitsschicht notwendig?

Zuerst muss entschieden werden welche Konstruktionsvariante - diffusionsoffen oder nicht - bevorzugt wird. Eine sogenannte Dampfbremse ist bei der Wahl einer diffusionsoffenen Bauweise nicht von Nöten, die Aufbauten müssen dementsprechend geplant und vom Bauphysiker geprüft und freigegeben werden.

Bei jedem Gebäude ist die Luftdichtigkeit gemäss SIA-Norm 180 zu gewährleisten. Diese ist für die Erfüllung der energetischen Anforderungen und die Bauschadensfreiheit von grosser Bedeutung. Sie verhindert grundsätzlich, dass die warme Innenluft über die konstruktiven Stösse und Verbindungen in der Aussenhaut nach aussen strömen kann, oder die kalte Aussenluft nach innen. Alle Anschlüsse an weitere Bauteile wie Fenster oder Türen Elektroinstallationen müssen daher durch die richtige Planung und Ausführung luftdicht angeschlossen werden.
In vielen Fällen wird eine Dampf-/Luftdichtigkeitsschicht kombiniert ausgeführt, also mit dem gleichen Material. Diese Dampfbremse verhindert, dass Feuchtigkeit aus der Innenraumluft in die Wärmedämmung eines Gebäudes eindringt. Somit kann kein Kondenswasser innerhalb der Dämmschicht entstehen.


Frage 10: Wie sieht der Brandschutz im Holzbau aus? Ist die Gefahr eines Brandes höher als bei Massivbau?

Die Brandgefahr in Gebäuden geht meist vom Inhalt (Möblierung, Vorhang, usw.) aus. Darum: Nein, es besteht keine grössere Gefährdung bei einem Holzbau als bei anderen Konstruktionen.

 

Branchenticker

Quelle: EUWID-Holz und Holzwerkstoffe

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